Innovation
Luxinnovation unterstützt Rekord von 1 000 Unternehmen, AI Factory nimmt Form an

Die nationale Innovationsagentur Luxinnovation hat 2025 ein Rekordwert von 1 000 Unternehmen unterstützt — auf Basis von mehr als 2 000 eingegangenen Anfragen, vor allem aus Einzel- und Grosshandel, professionellen und wissenschaftlichen Dienstleistungen sowie IKT. Wirtschaftsminister, Mittelstands-, Energie- und Tourismusminister Lex Delles und Luxinnovation-CEO Mario Grotz präsentierten den Jahresbericht der Agentur am 30. April 2026 und gaben einen ersten vollständigen Jahresupdate zur Luxembourg AI Factory, die nun mit Luxinnovation als zentraler Anlaufstelle operativ ist.
Eine reorganisierte Agentur
2025 war ein Übergangsjahr für Luxinnovation. Mario Grotz übernahm die CEO-Position im März, und die Agentur schloss eine operative und organisatorische Überarbeitung ab — mit dem Ziel, die Unterstützung kohärenter zu machen. Die Leistungen sind nun um vier strategische Säulen organisiert: Inspire, Assess & Accelerate, Connect und Fund — von Sensibilisierung über Innovation bis zu Förderzuschüssen und Zugang zu Scale-up-Kapital.
Delles rahmte die neu gestaltete Agentur und die AI Factory als einen einzelnen One-Stop-Shop für Luxemburgs Wirtschaftsbasis. Innovation, so seine Argumentation, sei keine Frage von Grösse oder Sektor mehr, sondern von Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz für die gesamte Wirtschaft. Grotz sagte in seinem ersten vollständigen Jahresbericht als CEO, die Agentur habe die Grundlagen der Luxembourg AI Factory gelegt — bei zugleich ungewöhnlich hoher Unterstützung innovativer Unternehmen.
Die Programmreihe Fit 4
Luxinnovation bearbeitete 2025 61 Anträge in ihren Fit-4-Performance-Programmen — Fit 4 Digital, Fit 4 Sustainability, Fit 4 Innovation und das jüngst eingeführte Fit 4 AI. Mehr als ein Drittel der Anträge kam aus Handwerksbetrieben — eine Zielgruppe, die die Agentur aktiv erweitert.
Das Aushängeschild-Startup-Programm Fit 4 Start öffnete im Juli 2025 seine sechzehnte Ausgabe und zog rekordhafte 495 Bewerbungen an, davon mehr als 60 % aus dem Ausland. Ein ergänzendes Programm — Fit 4 Scale — wurde 2025 entlang der Regierungs-Roadmap 2023 „From Seed to Scale" entwickelt und startete im März 2026 mit fünf Startups, nach einem erfolgreichen Pilot 2024. National wurden 2025 58 neue Startups in das Dealroom-Verzeichnis Luxemburgs aufgenommen, und Luxinnovation unterstützte direkt 41 Gründerinnen und Gründer, deren Projekte zur Gründung führten.
Die Luxembourg AI Factory, Jahr eins
Ende 2024 mit Rückendeckung des Wirtschaftsministeriums, des Forschungs- und Hochschulministeriums sowie des EuroHPC Joint Undertaking angekündigt, ist die Luxembourg AI Factory eine von 19 AI Factories in der EU. Betrieben wird sie von einem Konsortium, dem der HPC-Betreiber LuxProvide, Luxinnovation, der Luxembourg National Data Service (LNDS), die Universität Luxemburg und das Luxembourg Institute of Science and Technology (LIST) sowie ein breiteres Netz öffentlicher und privater Partner angehören.
Laut den am 30. April präsentierten Zahlen hat die Factory seit dem Start rund 150 Organisationen unterstützt. Ihr Servicekatalog, beim Data Summit Luxembourg 2025 vorgestellt, ist um sechs Säulen aufgebaut, die den gesamten Lebenszyklus eines KI-Projekts abdecken — von der ersten Idee bis zur Grossserien-Produktion. Grotz beschrieb die Gestaltung als Versuch, traditionelle Hürden — fragmentierte Infrastruktur, verstreute Expertise, unklare Förderwege — abzubauen, die KI-Adoption in kleineren Firmen verlangsamt haben.
Für Luxemburgs strategische Sektoren — Finanzen, Raumfahrt, Cybersicherheit und grüne Wirtschaft — positioniert sich die Factory als souveräner und konformer Weg in die KI-Entwicklung im Einklang mit dem EU-Regelrahmen. Der zweite Supercomputer, Meluxina AI, soll zwischen April und Oktober 2026 bei LuxProvide in Betrieb gehen und sich auf die mit Proximus und Google aufgebaute souveräne Clarence-Cloud stützen.
Was es heisst
Das kombinierte Modell Luxinnovation–AI Factory ist nun Luxemburgs zentrale Antwort auf eine wiederkehrende Kleinland-Frage: wie KMU und Handwerksbetrieben Zugang zum gleichen Innovations-Ökosystem zu geben wie grösseren Firmen. Die Ergebnisse 2025 deuten an: Die Nachfrage ist da. Ob das erste vollständige Betriebsjahr der AI Factory sich in messbare Produktivitätsgewinne für Luxemburgs breitere Unternehmensbasis übersetzt, wird der nächste Test für Delles und Grotz.
Häufig gefragt
- Was ist die Luxembourg AI Factory?
- Eine Ende 2024 mit EuroHPC-Rückendeckung gestartete nationale Plattform, betrieben von einem Konsortium aus LuxProvide, Luxinnovation, Luxembourg National Data Service, Universität Luxemburg und LIST. Sie ist eine von 19 AI Factories in der EU.
- Wer steuert den Tageszugang zur AI Factory?
- Luxinnovation als zentrale Anlaufstelle. Unternehmen, die KI-Reifeassessments, Infrastrukturzugang, Schulung oder Förderung suchen, interagieren über die Agentur.
- Was macht Fit 4 Scale?
- Im März 2026 als nächste Stufe nach Fit 4 Start gestartet, unterstützt es fünf in Luxemburg ansässige Startups beim Skalieren — gemäss der Regierungs-Roadmap 2023 „From Seed to Scale".
- Was ist Meluxina AI?
- Luxemburgs zweiter Supercomputer, voraussichtlich zwischen April und Oktober 2026 in Betrieb. Gehostet bei LuxProvide und auf die gemeinsam mit Proximus und Google aufgebaute souveräne Clarence-Cloud gestützt.
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