Diplomatie

Riad will die April-Waffenruhe retten — Aufruf zur Deeskalation nach Fujairah


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Riyadh skyline at twilight with the Kingdom Centre and Al Faisaliah towers.
Riad will die April-Waffenruhe retten — Aufruf zur Deeskalation nach FujairahPhoto: Md Amir Umar / Pexels

Während Abu Dhabi iranische Schläge verurteilte und Washington kleine Boote in der Strasse von Hormus versenkte, tat Riad etwas anderes: bat alle, aufzuhören. Das Aussenministerium Saudi-Arabiens veröffentlichte am 4. Mai eine Erklärung, in der es „tiefe Besorgnis" über die militärische Eskalation am Golf ausdrückte und sowohl den Iran als auch die Vereinigten Staaten aufforderte, zum Geist der Waffenruhe vom 8. April zurückzukehren.

Die saudische Haltung ist nicht neu — Riad zeigt seit Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar bemerkenswerte Zurückhaltung —, doch der Abstand zwischen dem Tonfall des Königreichs und dem der VAE war selten so sichtbar. Das nährt das breitere Narrativ eines emiratisch-saudischen Bruchs, der Abu Dhabi möglicherweise irgendwann aus der OPEC heraustreibt.

Warum Riad gemässigt ist

Drei Gründe. Erstens, Geografie. Die saudische Ostprovinz liegt direkt am Golf gegenüber dem Iran und bleibt die exponierteste grosse Ölinfrastruktur der Welt — Abqaiq ist 15 Drohnen-Flugminuten von Buschehr entfernt. Jede breitere Eskalation trifft zuerst saudische Anlagen. Zweitens, Vision 2030: Das Reformprogramm von Kronprinz Mohammed bin Salman hängt an Tourismus, NEOM und ausländischem Kapital — alles Komponenten, die in einem Regionalkrieg kollabieren. Drittens die jüngste, von Peking 2023 vermittelte Annäherung an Teheran, in die Riad politisches Kapital investiert hat und die es lieber bewahren würde, auch wenn ramponiert.

Was Riad fordert

Die Erklärung ist arm an Spezifika — was selbst diplomatisches Signal ist. Saudi-Arabien benennt für die Fujairah-Eskalation keine Seite. Es fordert beide Seiten zum Herabklettern auf und bietet implizit eigene gute Dienste an, neben jenen Pakistans, zur Vermittlung. Die von Pakistan vermittelten Gespräche sind technisch noch lebendig; Riad möchte sie absichern.

Das Adressatenproblem

Die Schwierigkeit: Keine der Parteien sucht derzeit einen Ausweg zu Bedingungen, die die andere akzeptieren könnte. Präsident Trump hat signalisiert, Irans 14-Punkte-Friedensplan abzulehnen. Iran hat mit dem Fujairah-Schlag gezeigt, dass es Golf-Infrastruktur trifft, wann immer es nötig erscheint. Eine saudisch geführte Deeskalationsspur hängt an einem Moment, in dem beide Seiten genug Schaden absorbiert glauben, um sich zu setzen — und dieser Moment ist nicht eingetreten.

Für europäische Kanzleien ist Riads Erklärung die brauchbarste diplomatische Oberfläche in der Region in diesem Moment. Brüssel und Berlin werden sie bearbeiten. Ob sie vor dem nächsten Schlag etwas hervorbringt, ist die offene Frage der Woche.

Was sagte Saudi-Arabien?
Es äusserte tiefe Besorgnis über die Eskalation und forderte sowohl den Iran als auch die USA auf, zum Rahmen der Waffenruhe vom 8. April zurückzukehren.
Warum ist Saudi-Arabien gemässigter als die VAE?
Geografische Verwundbarkeit der Ölinfrastruktur, die Vision-2030-Reformagenda und die 2023 von Peking vermittelte Annäherung an Teheran.
Führt das zu einer neuen Gesprächsrunde?
Möglich — aber erst, wenn Washington und Teheran genug Schaden absorbiert glauben, um ernsthaft zu verhandeln.

Mehr dazu: Saudi Arabia, Iran, Diplomacy, Gulf

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