Satelliten
SES bringt zwei weitere O3b-mPOWER-Satelliten ins All und schaltet den Pazifik-Servicering frei
Aus dem Kontrollzentrum Betzdorf bringt der in Luxemburg notierte Betreiber seine MEO-Konstellation der zweiten Generation auf neun — und kontert jüngste OneWeb-Preise.

SES, der in Luxemburg ansässige Satellitenbetreiber, hat am Freitagabend zwei weitere O3b-mPOWER-Satelliten an Bord einer SpaceX-Falcon-9 in die mittlere Erdumlaufbahn gebracht. Die Konstellation der zweiten Generation umfasst nun neun aktive Raumfahrzeuge — was eine lange erwartete Kapazitätsfreischaltung über den Pazifik-Servicering auslöst.
Aus dem Operationszentrum in Betzdorf bezeichnete Missionsleiterin Anne Lucas die Aussetzung als „saubere Trennung, sauberes Akquirieren" — der achte und neunte mPOWER hatten ihren ersten Kontakt-Pass innerhalb von neunzig Minuten nach dem Start abgeschlossen. Die von Boeing entworfene und um vollständig softwaredefinierte Beams aufgebaute Konstellation ist das Kernstück der SES-Strategie, mit erdnahen Konkurrenten wie Starlink und OneWeb beim Enterprise- und Behördenbreitband zu konkurrieren.
Was sich für Kundinnen und Kunden ändert
Mit den Satelliten acht und neun kann SES endlich „any-to-any"-Routing über den gesamten Pazifik-Footprint aktivieren — eine Fähigkeit, die das Unternehmen seit 2023 an Kreuzfahrtgesellschaften, Bergbaubetreiber und das US-Verteidigungsministerium verkauft, bisher aber nur in eingeschränkter Form liefern konnte.
Konzern-CEO Adel Al-Saleh sagte Analysten in einem Folgegespräch, die in-service-Kapazität überschreite nun 5 Tbps und werde rund 9 Tbps erreichen, sobald die geplante 11-Satelliten-Cluster Mitte 2026 vollständig sei.
Preisdruck
Der Start trifft auf einen härter werdenden Markt. Die Eutelsat-gestützte OneWeb-Mutter wirbt aggressiv um Enterprise-Kunden in Afrika und Lateinamerika, und Starlink Maritime hat seinen Top-Tarif binnen Jahresfrist um rund 22 % gesenkt. Die Antwort von SES laute, so Al-Saleh, „differenzierte SLA, kein Unterbieten" — ein Verweis auf die höhere Latenzschwelle der Konstellation, aber stärkere Jitter- und Paketverlust-Garantien.
Häufig gefragt
- Wie viele O3b-mPOWER-Satelliten hat SES im Orbit?
- Nach dem Falcon-9-Start am Freitagabend sind nun neun O3b-mPOWER-Satelliten im Dienst; die Konstellation soll bis Mitte 2026 elf Satelliten erreichen.
- Wo hat SES seinen Sitz?
- SES hat seinen Sitz im luxemburgischen Betzdorf, dort befindet sich auch der Missionsbetrieb.
Quellen
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