USA–Asien
Tokio drängt auf Trump-Zwischenstopp vor dem Peking-Gipfel mit Xi

Tokio hat es eilig. Japanische Beamte versuchen, einen Donald-Trump-Zwischenstopp in Tokio auf seinem Weg nach Peking zu organisieren, wo er Mitte Mai 2026 den chinesischen Präsidenten Xi Jinping treffen soll. Der Punkt des Stopps ist klar: ein Trump–Takaichi-Treffen in den Kalender zu bekommen, bevor sich der US-Präsident mit Xi setzt.
Warum Tokio nervös ist
Zwei Gründe. Erstens die US–Japan-Beziehungen: Premierministerin Sanae Takaichi hat Trump in Persona als Premierministerin noch nicht getroffen, und Japans diplomatisches Drehbuch lehnt sich stark an persönliche Beziehungen auf höchster Ebene an. Zweitens der Inhalt: Japanische Beamte fürchten, ein Trump–Xi-Deal könnte implizite Verständigungen über Taiwan, Halbleiter-Exporte oder die US-Truppenpräsenz im westlichen Pazifik enthalten — Themen, die Japan ohne Rücksprache mit Tokio betreffen.
Der chinesische Aussenminister Wang Yi sagte US-Aussenminister Marco Rubio in vorbereitenden Gesprächen, beide Länder sollten „auf wichtige hochrangige Austausche vorbereitet sein", doch Taiwan „bleibt der grösste Risikopunkt in den bilateralen Beziehungen". Genau das ist das Thema, zu dem Tokio Trump zuerst von Takaichi hören lassen will.
Was Takaichi vor Trump bringen will
Drei Forderungen. Bestätigung der US-Verpflichtungen zu den Senkaku-Inseln und zur erweiterten Abschreckung im westlichen Pazifik. Koordinierung bei Halbleiter-Exportkontrollen, insbesondere bei fortschrittlicher Lithografie-Ausrüstung. Und — angesichts des parallelen Iran-Krieges — Koordination zur Energiesicherheit in der Strasse von Hormus, wo Japan einen überdimensionierten Anteil hat. Takaichi hat den iranischen Präsidenten Masoud Peseschkian bereits direkt gebeten, sicheren Durchgang japanisch geflaggter Tanker zu gewährleisten.
Plan B
Wenn der Zwischenstopp nicht zustande kommt, halten Takaichi und Trump ein Telefonat — fast sicher während Trumps Transit. Tokio wird das als deutlich zweite Wahl werten. Telefonate sind reaktiv; persönliche Treffen erlauben der japanischen Diplomatie, das zu tun, was sie am besten kann: sich an die Hauptakteure heften und dort bleiben.
Warum das in Europa zählt
Der US–China-Gipfel setzt das geopolitische Wetter für die zweite Jahreshälfte 2026. Was Trump und Xi zu Taiwan, zum Iran-Krieg, zu Technologiekontrollen und zu globalen Tarifen sagen, schlägt hart auf europäische Industrieplanung durch — vor allem in Halbleitern, Automotive und Pharma. Tokios Lobbyarbeit für einen frühen Zugang ist funktional ein Stellvertreter für das, was jede G7-Hauptstadt gern hätte — die Chance, das Framing zu beeinflussen, bevor die Hauptakteure etwas festzurren.
Häufig gefragt
- Ist der Zwischenstopp bestätigt?
- Noch nicht. Japan drängt darauf; Washington hat formal nicht zugestimmt.
- Warum steht Taiwan im Mittelpunkt?
- Der chinesische Aussenminister hat Taiwan als grösstes Risiko in den US–China-Beziehungen markiert; Japans Sicherheitsplanung ist eng mit Taiwans Status verknüpft.
- Warum interessiert das Europa?
- Der Trump–Xi-Gipfel setzt für 2026 die Signale zu Tarifen, Halbleitern und Iran-Krieg — Ergebnisse, die die europäische Industrie treffen.
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